Montag 21 Mai 2012
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Am Stammtisch

stammtischGeschichten aus Gottes Alltag: Er zog an seiner Kippe. Die rote Glut leuchtete hell auf. Genüsslich stiess er den Rauch aus, der gemächlich emporstieg, um sich kurz vor der Lampe mit den anderen Rauchschwaden zu verbinden, um so den ganzen Raum noch dunkler zu machen, als er ohnehin schon war. Das halb volle Bierglas in der Hand, beugte er sich vor, wieder zurück an den Tisch.

Es war ein runder Tisch. Männer sassen darum, rauchten, tranken und redeten. In der Mitte des Tisches stand der Aschenbecher, der mit einer Figur geziert war. Die Figur wiederum hielt eine Tafel, auf der stand: „Stammtisch“. Und das war er auch. Sie gaben sich alle Mühe, diesem Ort seinen gerechten Namen zu erhalten. Sie wären bereit, von hier aus die ganze Welt zu regieren, doch leider hörte niemand so recht auf sie...

 

Nun war aber nicht das Regieren dran, sondern das Lachen. Und genau deshalb hatte er sich wieder nach vorn gelehnt. „Wisst ihr“, fragte er, „dass schon in der Bibel über Fussball geschrieben steht?“ Alle schwiegen in gespannter Erwartung, was nun für eine Pointe kommen sollte. Sie wollten lachen, sie wollten vergessen, sie wollten den Augenblick geniessen. Wie es schien, hatte er nun die Aufmerksamkeit. Um die Spannung noch zu erhöhen, schaute er klug in die Runde. Dann lehnte er sich genüsslich zurück und sagte: „Es gibt nämlich eine Stelle in der Bibel, in der steht: Und er stand mit seinen Elfen vor den Toren Jerusalems...“ Schallendes Gelächter!

Sein Kopf war von der Hitze, vom Gelächter und vom Alkohol leicht gerötet. Seiner Sache nun sicher wandte er sich zu Fred. Fred war der Älteste in dieser Runde, gehörte schon beinahe zum Inventar, und er war fromm... Freds Augen blitzten ihn an, forderten ihn geradezu auf, noch einen Spruch in seine Richtung fallen zu lassen. „Nicht wahr, Fred?“ fragte er belustigt. „Du müsstest das doch wissen, du bist der Fromme hier...“ Das Gelächter verstummte. Fred war noch nie jemandem eine Antwort schuldig geblieben. „Hm...“ Fred überlegte, oder tat zumindest so, als würde er versuchen, sich an eine solche Bibelstelle zu erinnern. „Diese Stelle kenne ich nicht“, sagte er dann bedächtig. „Doch ich kenne einige Stellen, in denen es um Lästerer geht...“ Nun schwiegen sie alle. Nicht aus Spannung, sondern aus Betroffenheit. Sein gerötetes Gesicht rötete sich nun noch mehr. Die Scham stieg in ihm auf, und er konnte es nicht verhindern. Was nun folgte, war ein Gespräch über Glauben, über Jesus, und was dieser Jesus tat, um die kräftigen Bauern an eben jenem Stammtisch zu erreichen.

Wie heisst es in dem Lied so schön? „Noch dringt Jesu frohe Botschaft in die dunkle Welt hinein. Noch sind allerorten Boten aufgestellt...“ Ein Botschafter Gottes zu sein, das wünsche ich Dir in der kommenden Zeit.

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