Montag 21 Mai 2012
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Der Kampf um die Aufmerksamkeit

KinderRattatatatatata…. Ratatata‐ding‐ding‐ding tatata… so tönt es neben mir auf dem Boden. Hanna hat ein Spielzeug aus der Kinderhüeti in mein Büro geschleppt. Da kann man oben fest drücken und dann geht unten eine Reitschule rundherum. Dann macht‘s Rattatatatatata…. Ratatata‐ding‐ding‐ding tatata… So schnell, wie das Spielzeug in mein Büro gekommen ist, so schnell ist es auch wieder draussen. Nun sitzt Hanna mit einem Büchlein bewaffnet auf dem Boden, guckt sich das Ding an und schnalzt dabei mit der Zunge… Nun kann man sich sicherlich fragen, was Hanna in meinem Büro tut.

Nun, ich behaupte, es ist der Kampf um die Aufmerksamkeit. Wahrgenommen zu werden bedeutet, geschätzt zu werden in dem, was man tut, geliebt und geachtet zu werden. Das alles zusammen gibt uns das Gefühl, hier zu Hause zu sein. Hanna hat es im Moment nicht leicht, da sich seit der Geburt von Rebecca die Familienverhältnisse neu gebildet haben. Jeder von uns vieren muss wieder seinen Platz in der Familie finden, so auch Hanna. Sie macht es ganz gut. Manchmal hat sie aber ihre Momente, in denen sie sich ihre Aufmerksamkeit bei uns Eltern abholen möchte. Das kann dann aber zu Konflikten führen. Was ist, wenn Christine gerade am Stillen ist und ich am Arbeiten? Wer gibt dann die Aufmerksamkeit, die so dringend benötigt wird? Hanna muss lernen, dass sie ihre Zuwendung bekommt, aber nicht immer gleich zu dem Zeitpunkt, wie sie es wünscht. Verzichten, Warten und geduldig sein sind die Dinge, die wir nun am Üben sind. Wenn meine Bürotüre für die Gemeinde immer offen sein soll, so bedeutet das, dass sie auch für meine Kinder offen sein muss. Doch meine Kinder müssen auch lernen, dass Papa arbeitet und sich nicht immer mit ihnen abgeben kann. Gar nicht so einfach, da die goldene Mitte zu kriegen.

Was wir in unserer Familie am Üben sind, üben wir alle zusammen auch in der Gemeinde. Ich gehe davon aus, dass wir uns alle eine Gemeinde wünschen, in der ich wahrgenommen werde und meine Arbeit geschätzt wird. Ein herzliches „Dankeschön“ für eine Arbeit tut so wunderbar gut. Ich fühle mich geschätzt, angenommen, benötigt und anerkannt. Einfach richtig zu Hause. Doch wer sagt mir danke? Wer sieht meine Arbeit? Schätzen die Leute auch, was ich tue? Oder es kommt Kritik, weil etwas nicht so war, wie es sich jemand vorgestellt hatte. Wird meine Arbeit noch geschätzt? Wie wir uns in der Familie wieder neu einrichten müssen, so müssen wir uns in der Gemeinde auch immer wieder neu aufeinander einstellen. Manchmal geht es ein wenig länger, bis ich die Anerkennung bekomme, die mir eigentlich zusteht. Manchmal möchte ich aber auch mehr Anerkennung, als ich überhaupt verdiene etc.

Zwei Dinge sind mir dabei enorm wichtig. Erstens habe ich den Wunsch, dass wir eine Gemeinde sind, in der wir alle uns gerne einsetzen. Mein Wunsch ist, dass die Talente, die wir in der Gemeinde haben, auch wirklich zum Tragen kommen können. Also lasst uns üben, einander danke zu sagen! Das zweite, das wir nie vergessen dürfen ist, dass Gott unsere Arbeit sieht. Auch wenn sie im Gemeindealltag untergeht, auch wenn es der Pastor nicht wahrnimmt, Gott hat es gesehen. Er wird es nicht vergessen und uns einst reichlich vergelten! Jesus sagt: "Wahrlich, ich sage euch: Es ist niemand, der Haus oder Frau oder Brüder oder Eltern oder Kinder verlässt um des Reiches Gottes willen, der es nicht vielfach wieder empfange in dieser Zeit und in der zukünftigen Welt das ewige Leben." (Lk. 18, 29‐30)

Foto: © St. Hofschlager / PIXELIO

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Die drei Freunde Sadrach, Mesach und Abed-Nego stehen vor einem vor Wut glühenden König Nebukadnezar. Hinter dem König brennt ein grosser Feuerofen. In diesen Ofen sollen die drei Freunde geworfen werden, weil sie sich auf Gott verliessen, und dem König nicht gehorcht haben und seinen Gott nicht angebetet hatten. Wütend sagt der König: „ Lasst sehen, wer der Gott ist, der euch aus meiner Hand erretten könnte!“ Die Drei Freund e geben eine gar kühne Antwort: „Es ist nicht nötig, dass wir Dir darauf antworten. Wenn unser Gott, den wir verehren, will so kann er uns erretten…“ Das ist eine beeindruckende Haltung. „Wenn Gott will, dann kann er!“ Oder anders formuliert: „Gott kann, wenn er will.“ Die drei Freunde erlebten wie Gott sie erretten konnte und auch wollte. Was aber hat das mit den Finanzen zu tun?

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